Ein Service von  On Line Pefri electronics  75339 Höfen an der Enz      Tel   07081 8620

Wildbad-Explorer

1909 1998
CHRONOLOGIE
EINES
GASTRONOMIEBETRIEBS
Carl Bätzner * * * * Luise Bätzner
Beinahe 90 Jahre
Geschichte des
Sommerberghotel
in Bad Wildbad
eine Familiengeschichte der
Bätzners.
Herausragende
Repräsentanten
Schwarzwälder Gastlichkeit
.

Die Geburtsstunde des Sommerberghotel dürfte schon um die Jahrhundertwende

in den Gedanken des Karl Bätzner sen. entstanden sein.


Wildbad lebt auf !

Karl Bätzner, Schlossermeister, Jäger und Naturfreund, ein guter Beobachter wusste die Zeichen
der Zeit zu lesen.

1870  

kamen 6.500 Gäste nach Wildbad,

1900  

waren es schon 12.500 und

1913

gar 20.000 Gäste.
             

Bergbahn-Beförderungszahlen

Diese Zeit war wirtschaftlich nicht „ rosig “ doch gab es Zeichen dafür, dass sich Wildbad
zu einem weltweit bekannten Heilbad entwickeln würde.

In dieser Zeit lebte Karl Bätzner, 30jährig und voller Mut und Tatendrang.

Nach seiner Militärzeit, zurück in Wildbad schmiedete er mit seiner Frau Luise Pläne, wie es
in der Zukunft weiter gehen könne.

Als Jagdfreund hat er oft den Sommerberg bestiegen und auch hier einen Ansitz aufgebaut.

Wie viele Sonnenaufgänge über dem Meistern hat er wohl beobachtet, dass er später auf die
Idee kam hier ein Hotel zu bauen ?

1906 pachtete das junge Paar den „Goldenen Ochsen“ in Wildbad.

Als in Wildbad die Idee aufkommt eine Bergbahn zum Sommerberg zu bauen ist Karl Bätzner
ein eifriger Förderer dieser Idee.

Nachdem die Bergbahn eine beschlossene Sache war, war es für Karl Bätzner klar, „ auf dem
Sommerberg bau ich ein   Winter - Sport - Hotel “. das Haus sollte im Stil des " Feldberger Hof "
erbaut werden.

Die Finanzierung gestaltete sich äusserst Schwierig, der Grund und Boden gehörte der Stadt

Die Bergbahn !

 Bergbahn

1908 als die Bergbahn eröffnet werden konnte, war auch der Baubeginn des Sommerberghotel.

Die Idee wird Wirklichkeit.

Eine Fahrstrasse zum Sommerberg gab es noch nicht. Das gesamte Baumaterial musste über
den „Blöcherweg“ mit Pferdefuhrwerken mit bis zu 12 Pferden am Wagen nach oben gebracht
werden. Die Erd- und Fundament- arbeiten gestalteten sich sehr schwierig.   Man holte sich
Spezialisten aus Italien, die sich auf dem Sommerberg ein Zeltdorf errichteten, trotzdem
konnte das Hotel nach 10 Monaten eröffnet werden.

Der Neubau kostete die damals unvorstellbare Summe von 500.000 Goldmark.

Es war für damalige Zeiten ein grosszügiges, fünf Etagen hohes „ im Schwarzwaldstil „
erbautes Hotel entstanden.
In der schönsten Lage des Enztals, mit 90 Betten, einem feinen Restaurant, einem Bierstüble
als Vesperlokal,einer grossen Cafe- Ausichts- Terrasse, Frühstücksterrasse und Speisensaal
für die Hausgäste,einer Hotelhalle und einem Musiksalon.
.

Eine Sensation waren 4 Appartements mit jeweils einem Salon , die sogenannten „Fürstenzimmer".

Eröffnung 1

1909 am 10. Juli konnte das von Architekt Preckel aus Pforzheim geplante und von den Familien
Karl Bätzner und Emil Wentz erbaute Sommerberghotel eingeweiht werden.
Karl Bätzner und seinem Schwager Emil Wentz, ( Compagnon und Hotelfachmann ) war mit ihrem
Winter- Sport- Hotel erst einmal kein Erfolg gegönnt, dafür war die Sommer - Saison ein voller Erfolg.

Karl Bätzner konnte seinen Verpflichtungen den Handwerkern und der Stadt gegenüber gerecht
werden.

1910
Herrn Carl Bätzner sowie dessen Gemahlin,Luise Karoline Bätzner, geb.Güthler,
wurde in Anerkennung ihrer Mitwirkung bei der Gründung des Bergbahnunternehmens
„freie Fahrt auf der Bergbahn“ für Lebenszeit
verliehen. 
Durch Beschluss der Gemeindekollegien von Wildbad, vom 30.Dezember 1909
war dies damals entschieden worden.
Die Übergabe erfolgte am 3.Januar 1910 durch den Stadtschultheiß Baetzner.    

Carl Bätzner war damals erst 35 Jahre alt.
Er hatte als bedeutende Wildbader Persönlichkeit
schon frühzeitig unternehmerische Akzente für den Tourismus und den Kurort gesetzt.

Bergbahn

Nach dem 1. Weltkrieg konnten die Herren Bätzner & Wentz das Hotel Traube mit Haus Honold
in Wildbad erwerben, so konnten sich die Partnerfamilien trennen und Familie Wentz kehrte ins
Tal zurück.

1922 wurde der Hirschpark erstellt.

Karl und Luise Bätzner haben zwei Söhne: Karl, 1909 geboren und Eugen, 1913 geboren. Karl wurde
später Professor an der Universitätsklinik in Freiburg, Eugen soll das elterliche
Sommerberghotel übernehmen, er erlernt das Hotelgewerbe, Kochlehre in Darmstadt, Schweizer
Hotelfachschule, Praktikum in der Schweiz, Aufenthalt in London.

Eugen heiratet seine Frau Johanna, geb. Fritsche aus Leipzig und hat mit ihr zwei Kinder,
Marie Louise und Eugen.

2. Generation

1939 wird Eugen Bätzner zum Kriegsdienst eingezogen, seine Frau Johanna leitet zusammen mit
ihren Schwiegereltern das Hotel bis 1944. Das Sommerberghotel wird als Lazarett gebraucht.

1945 requirieren die Franzosen das Haus und richten ein * centre de repos et d`hiver * ein.
Alle Gebäude auf dem Sommerberg sind beschlagnahmt.

1947 kommt Eugen Bätzner nach 8-jährigem Kriegsdienst und Gefangenschaft zurück auf den Berg.

Eröffnung 2

1949 konnte nach der Freigabe des Hauses durch die Französische Besatzung der Hotelbetrieb
wieder eröffnet werden. (alle Gebäude auf dem Sommerberg wurden freigegeben.)

FOTO

1950 wurde Hotelier Karl Bätzner (75) für seine Verdienste um den Sommerberg und die
Bergbahn das "Ehrenbürgerrecht" der Stadt Wildbad verliehen.

1950 trotz Skepsis beschliesst Eugen Bätzner das Hotel jetzt ganzjährig zu betreiben,
nur das Hotel Post war bis zu diesem Zeitpunkt in Wildbad im Winter geöffnet.

1952 wurde die Grossgarage mit Tankstelle, Auto-Wartungsdienst und Parkplatz errichtet.
Passantenfahrzeuge sollten nun zumindest an Sonn- und Feiertagen  auf dem Parkplatz an
der Garage parken.
Die gemeinsame Vereinbarung der "Sommerbergler" klappte; der Berg wurde fast Autofrei.


1953
wurde die Dependance „Jägerhaus“ gebaut

1956  Die Stadt Wildbad baute unterhalb der
                  SommerbergHotel-Garagen den
                           "Grossen Parkplatz"

Der grosse Parkplatz  unterhalb der Garagen - Tankstelle - Kfz-Pflegestation

1958 Die durchschnittliche, ganzjährige Belegung des Hauses lag in dieser Zeit bei 80 %.

1960 im Februar versterben innerhalb 14 Tagen die Gründer des Sommerberghotel
Karl und Luise Bätzner und hinterlassen ein wohlbestelltes Haus.

1961 am Samstag, 11. Februar, mitten im Faschingsball der Ski-Zunft die Schreckensnachricht:

„ Es brennt „

das Sommerberghotel brennt in dieser Nacht bis auf die Grundmauern nieder.

Bei der Brandkatastrophe
verlieren zwei Mitarbeiter ihr Leben.

Eugen Bätzner, war zu diesem Zeitpunkt im Urlaub und musste, welche Ironie den Brand des
Hotel Rigi-Kaltbad in der Schweiz, am 8. Februar miterleben.
Sein nachbarlicher Freund, Ludwig
Halter   und sein Sohn Eugen fuhren in die Schweiz und überbrachten
ihm persönlich die traurige Nachricht des Totalverlust des Hotels.

Aus Erfolg und Sicherheit herausgerissen stand Eugen Bätzner unvermittelt vor der grössten Aufgabe seines Lebens. Alle Rechnungen für das im Winter aufwendig renovierte Hotel standen noch offen, dazu mussten rund 400.000.-DM  aufgebracht werden für nicht versicherte Schäden an "Eingebrachtem Gut" der Gäste.

Johanna und Eugen Bätzner packten das Problem sofort an und beauftragten den bekannten Achrchitekten
Paul Schmohl aus Stuttgart mit dem Plan für den Wiederaufbau des Hotels.

Die Vorstellungen waren:
modern, grosszügig, alle Zimmer gleichwertig mit Talblick, zweckmässig, der Küchenbereich mit Restaurants, getrennt vom Wohnbereich und durch die Krümmung des Gebäudes eine grosszügige Öffnung der Zimmer zum Tal.

Eugen Bätzner brachte all seine Erfahrung mit in das neue Projekt und beaufsichtigte jeden Schritt der Bauausführung.

 

Eröffnung 3 Sommerberg

1963 am 30.Mai, zu Pfingstem konnte der staunenden Fachwelt ein neues Sommerberghotel gezeigt
werden.

Die günstige wirtschaftlich Entwicklung dieser Jahre festigte dem Sommerberghotel eine führende
Position in der Hotelerie im Schwarzwald.
Die durchschnittliche, ganzjährige Belegung des Hauses lag in dieser Zeit bei über 90%.

1972 konnte das Hotel- Hallenbad gebaut und den gestiegenen Erwartungen der Hotelgäste
entsprochen werden.
Die Personaletage des Hauses, wie früher in allen Hotels üblich, wurde abgeschafft. Das Personal,
auch die Lehrlinge (AZUBIS) mussten sich selbst Quartier suchen. In den frei gewordenen Räumen
wurden grosszügige "Hotelappartements" eingebaut.

3. Generation

1978 die Hotelleitung liegt nun in den Händen von Eugen Bätzner jun. und seiner Ehefrau Beate
und somit in der 3. Generation der Hoteliers-Familie.

Eugen Bätzner jun. ist gelernter Hotelkaufmann und Mitglied im  „ Chain des rotisseur´s “,
auch ihn führte seine Ausbildung in ferne Länder: Schweiz, Frankreich, England, Holland und Amerika.

1989 im Herbst entging das Hotel einem erneuten Totalabbrand. Der Brandschaden auf der grossen
Terrasse und im Restaurant „ Jägerstüble „ war aber erheblich. Im Zuge der Reparaturmassnahmen wurde
zusätzlich zum neuen Jägerstüble das Aussichtsrestaurant „ Bella Vista „ gebaut.

1994 am 29.Januar verstarb Eugen Bätzner jun. bei einem Skiausflug in Tignes (Frankreich).
Eugen Bätzner jun. wurde von einer Lawine verschüttet und verstarb im Krankenhaus von Chambery.

Beate Bätzner, seine Ehefrau entschliesst sich das Hotel trotz ungünstiger Aussichten weiter zu
betreiben um der Familientradition gerecht zu werden.

Die wirtschaftliche Lage in Kur- und Heilbädern wie Bad Wildbad ist denkbar ungünstig,
die Einschränkungen bei Heil- und Kurmitteln durch die Krankenkassen kommen hier sehr stark
zum tragen.
Mangelnde Aktivitäten im Touristikbereich lassen den nördlichen Teil des Schwarzwaldes mit
seinem Kur- und Bäderkreis Calw ins Abseits driften.

Es war nach einigen Schliessungen von traditionellen Hotels und Gasthöfen in unserer Region
zu befürchten, dass auch grössere Hotelbetriebe ihre Pforten schliessen müssen.

1998 seit dem 25.Mai 1998 ist das Sommerberghotel geschlossen.
Es ist schwierig einen Nachfolger zum Betreiben dieses Hotelbetriebes zu finden.              *

Der Sommerberg ist wie ausgestorben, die Zeit hat ihn überholt.

Wer nicht versteht, dass der
Sommerberg das SommerbergHotel, oder das SommerbergHotel
der Sommerberg ist, wird auch keine Lösung finden das "Desaster Sommerberg" zu beheben.

CHRONIK DES HOTELS by     FAMILIE  BÄTZNER   ROOTS-SOMMERBERGHOTEL   ALBUM 1930   ALBUM 1972   ALBUM 1974 
  ALBUM 1997 
BELLA VISTA 2000   BELLA VISTA 2003   BELLA VISTA 2004   LUFTAUFNAHME  IN DER PRESSE GEFUNDENES

ZUKUNFT ?


TREFFPUNKT EHEMALIGER
<...BAD WILDBAD                                                                                                                                                              SOMMERBERG...>


IMPRESSUM
Pefri electronics - Höfen an der Enz
© Copyright 2008